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meine Urgroßeltern: Frithjof Korn und Dora Johanna Wetendorf



Frithjof Heinrich Carl Korn
8.April 1885 - 1.Juli 1945
Eltern:
Vater: Richard Robert Max Korn
Mutter: Auguste Korn geb. Rustenbeck

ring 4.Oktober 1913

Dora Johanna Korn geb. Wetendorf
13.Juni 1890 - 24. Dezember 1947
Eltern:
Vater: Johann Heinrich Wilhelm Wetendorf
Mutter: Anna Catharina Wetendorf geb. Eggers


Kinder:
Sohn: Richard Korn (geb. ca. 1913)
Sohn: Ernst Korn (22.Juni 1915 - 28. August 2003)




Frithjof wurde am 8. April 1885 in Stockholm, Schweden, geboren, weil seine Eltern dorthin gezogen waren, da sein Vater Richard Robert Max dort ein Geschäft aufbauen wollte. Das Eislaufen im Winter weckte bei Frithjof später immer schöne Erinnerungen an seine frühe Kindheit.

Als sein Vater jedoch schwer krank wurde, kehrte die Familie wieder nach Magdeburg zurück.
Aber außer Frithjof und vielleicht seinem Bruder Richard Conrad, von dem ich nur einen Geburtseintrag finden konnte, verstarben alle seine Geschwister innerhalb kurzer Zeit und 1894 verstarb schließlich auch sein Vater.

Seine Eltern hatten in Magdeburg einen Material- und Kolonialwarenladen eröffnet und seine Mutter führte den Laden zunächst weiter, wurde aber schon bald um ihr Geld und ihr Geschäft betrogen.
Frithjof ging zur Schule und machte anschließend eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Später eröffnete seine Mutter dann ein Restaurant.
Als Frithjof erst 24 Jahre alt war, verstarb auch seine Mutter und Frithjof packte danach schnell seine Koffer und zog nach Hamburg, wo bereits sein Onkel Otto Korn lebte.



Dora Johanna wurde 1890 in Uetersen, einer Stadt, die für ihre Rosen bekannt ist, geboren. Sie hatte vier Geschwister, zwei ältere Brüder, Johann Heinrich und Carl August, eine ältere Schwester namens Minna und einen jüngeren Bruder namens Hans. Ihr Vater war Tischler. Vor ihrer Geburt hatte die Familie in einem kleinen Ort namens Kesdorf in der Nähe von Süsel (Lübeck), wo ihr Vater aufgewachsen war, gelebt, hatten sich dann aber entschieden, nach Uetersen zu ziehen, wo ihre Mutter herkam.

Uetersen liegt nicht weit von Hamburg entfernt, dennoch wissen wir nicht, wie sich die beiden eigentlich kennengelernt haben. Aber sie taten es und heirateten am 4. Oktober 1913.
Für Dora war ihr Vater ihr Trauzeuge und auf Frithjofs Seite war es ein Mann namens Hans Hansen-Beck, der eine französische Frau namens Ernestine Albertine Nourtier hatte.

Kurz darauf wurde ihr erstes Kind Richard geboren, benannt nach Frithjofs Vater.

Ihr zweites Kind, mein Großvater Ernst, wurde 1915 geboren und könnte seinen Namen von Ernestine Albertine bekommen haben.


Frithjof arbeitete als Büroangestellter bei einer Zeitung.
Wann immer er konnte, ging er ins Kino. Er liebte es, die neuesten Filme zu sehen. Dora liebte Rosen.
Ihre Kinder gingen zur Schule, lernten Schlittschuhlaufen und schwimmen.

Doch dann kam Hitler 1933 an die Macht und verbot die Zeitung, für die Frithjof arbeitete. Nun war er arbeitslos und erhielt aufgrund seiner doppelten Staatsbürgerschaft (deutsch und schwedisch) keine staatliche Hilfe.
Das Leben war jetzt hart. Ernst musste die Schule verlassen und um über die Runden zu kommen, musste Dora Johanna sogar ihren Schmuck verkaufen. Ich habe Geschichten über andere gelesen, die der Partei beigetreten sind, damit es ihnen wirtschaftlich gut ging. Das hat Frithjof nicht gemacht. Er wusste, dass es falsch war und bewahrte seine Integrität.

1939 brach erneut Krieg aus. Ernst musste kämpfen. Frithjof und Dora hatten immer noch große finanzielle Schwierigkeiten.
Dann kam es im Juli 1943 zu den Bombenangriffen. Die alliierten Streitkräfte warfen Bomben auf Hamburg und ihre Wohnung brannte nieder. Ihr Stadtteil Hamburg-Hammerbrook war einer der am stärksten betroffenen Stadtteile und keines der Häuser in ihrer Straße blieb unverschont. Jetzt hatten sie auch noch ihr Zuhause und ihr bescheidenes Hab und Gut verloren.
Sie wurden in einem fremden Haus untergebracht.
Der Krieg endete im Mai 1945, aber zwei Monate später starb Frithjof. Die Jahre der Erschöpfung und Entbehrung waren zu viel für ihn gewesen. Dora musste nun in ein Heim umziehen. Es gab einfach nicht mehr genügend Wohnungen und Häuser zum Wohnen, da alles zerstört war.

Später im Jahr 1945 kehrte Ernst aus dem Krieg zurück. Und 1946 wurde mein Vater geboren. Dora Johanna freute sich sicherlich, ihn zu sehen. Ihr Sohn Richard hatte den Krieg ebenfalls überlebt. Doch die Jahre des Leidens hatten auch ihr zugesetzt und sie erlitt in der Nacht zum 24. Dezember 1947 einen Schlaganfall, an dem sie starb.

R.I.P., Dora Johanna und Frithjof!








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Wenn du Fotos oder andere Informationen von meiner Familie besitzt oder ein (entfernter) Verwandter bist, dann würde ich mich sehr über eine Email von dir freuen!



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